Kriterien für die Beurteilung und Gestaltung sozioökonomischer Systeme und Projekte

Sozioökonomische Systeme, seien es Länder oder Nationen, Städte oder Kommunen zeichnen sich durch einige wesentliche spezifische Merkmale aus, die für ihre Leistungsfähigkeit und Stabilität verantwortlich sind. Sie beziehen sich gleichermaßen auf strukturelle und prozesshafte Eigenschaften.

Stabile sozioökonomische Systeme prägenden insbesondere Vernetztheit, Reagibilität, Modularität und Redundanz sowie die Fähigkeit, sich vergangenes Geschehen wieder ins Gedächtnis rufen zu können und ein ausgeprägtes Vertrauen in die Qualität von getroffenen Maßnahmen (siehe Resilienzkriterien komplexer Systeme, Heuristicon). Diese Komponenten stellen mittel- und langfristige Entwicklungen weitgehend sicher. Auch unter ungünstigen Bedingungen und Belastungen von außen werden solche Systeme weder ernsthaft gefährdet sein noch in bedrohliche Turbulenzen geraten.
Für ein Projekt, das sich die Veränderung und Weiterentwicklung eines sozioökonomischen Systems zum Ziel gesetzt hat, sind daher zunächst die aktuellen Bedingungen und Ausprägungen der genannten Kriterien zu analysieren, bevor sie anschließend gezielt und planvoll verändert werden.

Außerdem ist die jeweils aktuelle Situation durch ein vielschichtiges Miteinander vorhandener Elemente aus Bereichen der Wirtschaft, der Infrastruktur, des technischen Entwicklungsstandes, der Bildung und Kommunikation, des Gesundheitswesens, der Kultur, der Religion und der Sitten sowie nicht zuletzt der politischen Strukturen gekennzeichnet.

Um beim Eingreifen in eine derart vernetzte Situation den Überblick zu behalten, hat sich die Abbildung des Szenarios in Form dynamischer Modelle als ausgesprochen hilfreich erwiesen. Das Risiko, wichtige Neben- und vor allem Spätwirkungen der eigenen Aktivitäten zu unterschätzen oder sogar zu übersehen, wird systematisch verringert.
Zugleich lassen sich Projektideen in silico schnell und variantenreich erproben, eigene Ziele präzisieren, "Sackgassen“ und "Umwege“ frühzeitig vermeiden, krisenhafte Entwicklungen, aber auch verborgene Potentiale rechtzeitig erkennen.

Nicht zuletzt dient die Methode als Werkzeug, das in den Gremien bereits vorhandene Wissen und die verfügbaren Kompetenzen gezielt zu verstärken.

siehe auch Bereiche Politik und Regional- / Strukturentwicklung

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